Auch Ältere trainieren Karate bei uns
Da wir auch Senioren in unserem Karateverein integrieren möchten, haben wir uns Gedanken um die Motivation dieser Zielgruppe gemacht ...
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Ungefähr 600 Jahre vor Christus soll der aus Phrygien stammende Fabeldichter Äsop über das menschliche Alter folgendes sinngemäß gesagt haben:
“ Dem Menschen wurden ursprünglich 30 Lebensjahre zugestanden. Da der Mensch mit dieser Lebensspanne unzufrieden war, nahmen die Götter dem Esel, dem Hund und dem Affen einige Jahre ab und schenkten sie dem Menschen. Somit verlebt er nun die ersten 30 eigenen Jahre, dann plagt er sich die nächsten 18 Jahre wie ein Esel. Zwischen dem 48. und 60. Lebensjahr liegt er dann knurrend in der Ecke wie ein alter Hund, und wenn es hoch kommt, sind ihm noch 10 weitere Jahre beschieden, in denen er närrisch ist wie ein alter Affe. “
Eignet sich Karate als Seniorensport ?
Da Karate von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Gesundheitssport anerkannt ist, bietet diese Kampfsportart auch Späteinsteigern die Möglichkeit sich um seine körperlichen Belange zu kümmern, denn:
“ Karate ist eine alte Kampfkunst, bei der Körper und Geist eingesetzt werden, um eine effektive Selbstverteidigung zu erlernen. Sie fördert Selbstbewusstsein, Selbstbeherrschung, Konzentration und Gelassenheit und bietet einen idealen Ausgleich zum alltäglichen Stress. “
Karate ist eine Sportart, die in jeder Altersstufe erlernt werden kann und bei der der ganze Körper trainiert wird. Verletzungen sind höchst selten, da alle Angriffe abgewehrt und auch so durchgeführt werden, dass es keine Treffer gibt. Die älteren Sportler profitieren gerade durch ein dosiertes Koordinationstraining verbunden mit Kräftigungs- und Flexibilitätsübungen gerade hinsichtlich der größten Alterssorge : der Sturzgefahr. Ein hohes Lebensalter bei psychophysischem Wohlbefinden zu erreichen, war von jeher der Wunsch der Menschheit.
Schon vor mehr als 2000 Jahren empfahl Hippokrates (460 -377 v. Chr.) als Regeln für eine gesunde Lebensführung, die ein hohes Lebensalter garantiere:
“ Alle Teile des Körpers, die zu einer Funktion bestimmt sind, bleiben gesund, wachsen und haben ein gutes Alter, wenn sie mit Maß bebraucht werden und in den Arbeiten, an die jeder Teil gewöhnt ist, geübt werden. Wenn man sie aber nicht braucht, neigen sie eher zu Krankheiten, nehmen nicht zu und altern vorzeitig. “
Noch etwas Wissenswertes !
In Japan unterscheidet sich der Status der Älteren völlig vom Image in westlichen Ländern. Während bei uns in der Öffentlichkeit die Senioren zumeist durch die trübe Brille der Statistiker betrachtet werden und die Rolle als Hauptbelaster der Sozial-versicherungshaushalte spielen, dabei wenig Anerkennung für ihre Leistungen, die erst unseren Wohlstand ermöglichten, ernten, genießen die Senioren im Land der aufgehenden Sonne mehr Respekt.
Das hat sehr weit zurück liegende geschichtliche Ursachen, die nicht auf unsere Verhältnisse übertragbar sind. Zum einen hat es zu tun mit dem reinen Alter und dem Zusammenhang mit dem Chinesischen Kalendersystem. Wer in Japan das 60. Lebensjahr erreicht hat ( kanreki ), wechselt vom “ mittleren Alter “ ( chunen ) in das “ hohe Alter “ ( ronen ). Bei uns wird der 50. Geburtstag besonders gefeiert. In Japan spielt der 60. Geburtstag eine besondere Rolle. Es ist ein ganz besonderer Ehrentag. Nach dem “ Sechzigerzyklus “ schließt sich der Kreis. Mit Vollendung des 60. Lebensjahres kehrt der Mensch zu seinem Ursprung zurück und ein neuer Kreislauf beginnt analog zur Geburt.
Die Zahl 60 setzt sich gemäß chinesischen Kalenders aus fünf Elemente ( gogyo ) und den zwölf Tierkreiszeichen ( junishin ) zusammen. Das “ hohe Alter “ ist der letzte Lebensabschnitt des Menschen und entspricht dem Winter bei den Jahreszeiten. Diese Zeit wird in der Kunst durch die Bäume Bambus ( take ) und Kiefer ( matsu ), der Pflaumenfrucht ( ume ) und aus dem Tierreich dem Sperling ( suzume ) und dem Fisch ( sakana ) symbolisiert. Zum anderen hat die Ahnenverehrung eine religiöse und ethische Komponente. Nach dem Tod bilden die Verstorbenen als Ahnen mit den Lebenden immer noch eine Gemeinschaft.
Die konfuzianische Sittenlehre ist auch heute in Japan noch in vielen Gesellschaftsbereichen spürbar. Die Älteren genießen nicht nur in den Familien, sondern auch am Arbeitsplatz und in anderen Handlungsfeldern, höflichen Respekt und auch in den Dojos wird eine besondere Hierarchie zu Ehren der Alten praktiziert,
